Solo-Trip nach Rom: Mein erster Flug alleine

Nach meinem ersten Solo-Trip mit dem Auto an den Thiersee war klar: Das war erst der Anfang. Sechs Monate später habe ich mich an mein nächstes großes Ding gewagt: meinen ersten Flug ganz alleine. Ziel: Rom. Vier Tage, komplett auf mich allein gestellt, mit Security-Check-Nervenkitzel, jeder Menge Sehenswürdigkeiten und Tiramisu am Abend. Die meiste Zeit war ich dabei zu Fuß unterwegs. Ich finde, so bekommt man am meisten von einer Stadt mit und entdeckt Ecken, an denen man mit Bus oder Bahn einfach vorbeigerauscht wäre. Hier erzähle ich dir, wie dieser Trip für mich war.
Tag 1: Ankunft und die ersten Eindrücke
Anders als bei einer Pauschalreise habe ich mir alles selbst zusammengestellt: das Hostel wie immer über booking.com, den Flug über Skyscanner. Kein Rundum-sorglos-Paket, sondern alles in Eigenregie geplant. Das hat sich für mich direkt richtig angefühlt.
Am Flughafen wurde dann prompt mein Handgepäck rausgesucht und auf Sprengstoffrückstände untersucht. In dem Moment war ich dann doch ziemlich aufgeregt, obwohl ich rational wusste, dass das reine Routine ist. Ehrlicherweise: Bis heute bin ich am Security-Check-in immer ein kleines bisschen nervös.
Für die Unterkunft habe ich mich bewusst für ein Hostel entschieden. Nicht, weil es günstiger war, sondern weil ich hier am ehesten die Chance hatte, andere Reisende kennenzulernen. Gerade auf einer Solo-Reise ist das für mich immer der beste Weg, um sich nicht allein zu fühlen, ohne die Freiheit des Alleinreisens aufzugeben.
Kaum im Hostel angekommen, habe ich meine Sachen abgestellt und bin direkt losgezogen. Keine Zeit verlieren, schließlich hatte ich nur vier Tage. Mein erster Stopp war die Piazza della Repubblica mit der Fontana delle Naiadi, dem prunkvollen Brunnen mit den Wassernymphen vor der markanten, geschwungenen Kolonnade. Von dort ging es weiter zur Basilica di Santa Maria Maggiore, einer der vier päpstlichen Basiliken Roms. Schon an diesem ersten Nachmittag wurde mir klar, wie dicht an dicht sich in Rom die Sehenswürdigkeiten aneinanderreihen.
Natürlich durfte auf meinem Weg durch die Stadt das Kolosseum* nicht fehlen. Der Anblick dieses gigantischen antiken Bauwerks mitten in der modernen Stadt hat mich sprachlos gemacht. Kurz darauf bin ich noch am Monumento a Vittorio Emanuele II vorbeigelaufen, besser bekannt als Vittoriano oder Altare della Patria. Dieses riesige, strahlend weiße Marmordenkmal ist einfach nicht zu übersehen. Auf dem Weg durch die Stadt haben mich immer wieder Straßenmusiker und -künstler begleitet. Dieses Flair aus Kunst, Geschichte und ganz normalem Alltagsleben mochte ich von Anfang an.
Mein Kombi-Ticket für Kolosseum und Forum Romanum
Eigentlich habe ich immer eine vollgeladene Powerbank* dabei, aber ausgerechnet an diesem Nachmittag gingen mir erst der Handyakku leer und nur kurze Zeit später auch der Akku meiner Powerbank, während ich quer durch die Stadt schlenderte. Ich hatte mir vorher Orte in der App Maps.me gespeichert und mich total darauf verlassen, dass ich mich damit navigieren lasse. Ohne Akku ging das natürlich nicht mehr, und kurz hatte ich schon Bedenken, nicht mehr zum Hostel zurückzufinden. Am Ende hat es aber doch geklappt. So schlecht ist mein Orientierungssinn dann wohl doch nicht.
Am frühen Abend habe ich mich auf die Suche nach einem Restaurant gemacht und bin dabei noch an der Fontana dei Dioscuri auf der Piazza del Quirinale vorbeigekommen. Ein wirklich beeindruckender Ort, gerade im Abendlicht. Gefunden habe ich schließlich ein kleines, sehr niedliches Restaurant mit einem richtig guten Angebot: Bruschetta als Vorspeise, Ravioli als Hauptgang und Tiramisu zum Abschluss. Alles war super lecker. Allerdings war es anfangs etwas ungewohnt, allein am Tisch zu sitzen. Dieses Gefühl kannte ich ja schon von meinem ersten Solotrip, aber ganz verschwunden war es noch nicht.
Rom bei Nacht, wenn überall die Lichter angehen, wollte ich mir unbedingt noch ansehen. Also ging es noch einmal am Vittoriano und am Kolosseum vorbei, diesmal stimmungsvoll beleuchtet. Auf dem Weg sprach mich ein Italiener an. Ich hab mir blitzschnell eine Ausrede einfallen lassen und erzählt, ich würde mich gleich mit Freunden treffen – dabei war ich natürlich ganz allein unterwegs. Auf solche Situationen höre ich immer sehr auf mein Bauchgefühl, und damit bin ich bisher immer gut gefahren. Zum Abschluss des Abends ging es dann noch zur Piazza del Popolo mit ihrem markanten Obelisken und dem Brunnen mittendrin. Dort war richtig viel los. Kein Wunder bei so einem Postkartenmotiv, gerade abends, wenn alles beleuchtet ist.
Tag 2: Regen, Ruinen und Sonnenuntergang am Tiber
Der zweite Tag begann leider ziemlich verregnet. Statt trotzdem loszustapfen, habe ich mich erstmal in ein kleines Café gesetzt, mir einen Cappuccino gegönnt und in Ruhe abgewartet, bis der Regen nachließ.
Als es besser wurde, ging es mit Regenschirm bewaffnet direkt zum Forum Romanum, gleich neben dem Kolosseum. Ganz aufgehört hat der Regen zwischendurch nie so richtig, immer wieder zog eine kleine Schauer-Wolke durch, aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Zwischen den alten Säulen und Ruinen hat man von hier oben zudem einen richtig schönen Ausblick auf weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Danach ging es weiter zum Vittoriano*, wo ich mit einem gläsernen Panoramaaufzug ganz nach oben gefahren bin. Der Blick von dort über ganz Rom war einfach nur beeindruckend – für mich einer der Höhepunkte des Tages. Generell laufe ich auf meinen Reisen eigentlich immer sehr viel zu Fuß. Ich finde, so bekommt man am meisten von einer Stadt mit, entdeckt Ecken, an denen man mit Bus oder Bahn einfach vorbeigerauscht wäre.
Für den Abend habe ich mir extra einen schönen Platz für den Sonnenuntergang gesucht. Und wurde mit einem wundervollen Blick auf den Petersdom belohnt, der sich mit der untergehenden Sonne im Hintergrund über die Ponte Sant’Angelo und den Tiber abgezeichnet hat. Einer dieser Momente, in denen man einfach kurz stehen bleibt und alles auf sich wirken lässt.
Tag 3: Der Petersdom und eine neue Bekanntschaft
Ich wusste, dass sich am Petersdom* schnell lange Schlangen bilden, also bin ich bewusst sehr früh losgegangen. Der Plan ging auf: Es hatte sich zwar schon eine kleine Schlange gebildet, aber die war noch gut machbar, sodass ich nicht allzu lange warten musste. Eine Erfahrung, die ich seitdem bei praktisch jeder Sehenswürdigkeit mit Warteschlangen-Potenzial mitnehme: einfach früh losgehen.
Im Anschluss ging es über schmale, steile Treppenstufen nach oben. Anstrengend, keine Frage, aber wie schon beim Vittoriano am Tag zuvor wurde ich auch hier wieder mit einem grandiosen Ausblick über Rom belohnt. Es ist schon verrückt, wie unterschiedlich die Stadt aus der Vogelperspektive wirkt.
Am Abend hat sich dann noch etwas Schönes ergeben: Ich habe im Hostel ein Mädel kennengelernt, und wir sind gemeinsam Essen gegangen. Genau der Grund, warum ich mich überhaupt für ein Hostel entschieden hatte und es hat sich wieder einmal bestätigt. Zum Dessert gab es übrigens auch dieses Mal wieder Tiramisu. Scheint sich langsam zu meiner kleinen Rom-Tradition zu entwickeln.
Tag 4: Spanische Treppe, Piazza del Popolo bei Tag und ein süßer Abschluss
Am Vormittag habe ich mir erstmal Zeit zum Bummeln genommen. Ein teures Modegeschäft reiht sich an das nächste. Bekannte, große Marken, bei denen ich mir zwar nichts gekauft habe, aber es hat trotzdem Spaß gemacht, einfach die Schaufenster anzuschauen und ein bisschen zu träumen. Ich kaufte mir in einer kleinen italienischen Boutique eine Jeansjacke mit Perlen, die ich bis heute gerne trage.
Danach ging es weiter zur Spanischen Treppe mit dem Brunnen an ihrem Fuß. Ganz in der Nähe, in der Via della Croce, liegt das Pastificio Guerra, einer der bekanntesten Pasta-to-go-Läden der Stadt. Dort habe ich mir etwas geholt und meine (zugegeben ziemlich überteuerte) Pasta direkt auf den Stufen der Spanischen Treppe genossen. Mitten im Trubel sitzen, die Stadt beobachten und dabei essen: genau mein Ding.
Ein kleiner Nachtisch durfte auch nicht fehlen. Ich machte einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die Gassen Roms bis zum Giolitti. Eine der bekanntesten Eisdielen der Stadt. Die musste ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe mir dort richtig leckeres italienisches Eis gegönnt.
Am Abend ging es zur Piazza del Popolo. Ich habe mir einen höher gelegenen Platz gesucht und hatte von dort eine wunderschöne Aussicht. Einen Sonnenuntergang gab es an diesem Tag zwar nicht zu sehen, trotzdem war der Ausblick einfach magisch: Es wurde nach und nach dunkler, und Stück für Stück erstrahlten der Petersdom, die Straßen und die Piazza del Popolo selbst im Licht.
Der Ausklang und die Abreise
Vier Tage, komplett auf mich allein gestellt – und ich habe jeden einzelnen davon genossen. Nach dem Thiersee war das mein nächster großer Schritt ins Alleinreisen, und er hat sich einfach richtig gut angefühlt.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Rom als Ziel für den ersten Solo-Flug geeignet?
Ja, auf jeden Fall. Rom ist von Deutschland aus mit vielen Direktflügen mit einer Flugzeit von ca. 2 Stunden gut erreichbar. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen recht nah beieinander und lassen sich gut zu Fuß erkunden. Für einen ersten Alleinflug ist das ein guter Einstieg.
Ist es als Frau sicher, allein nach Rom zu reisen?
Grundsätzlich ja. Rom ist touristisch sehr gut erschlossen und belebt, gerade in der Innenstadt ist tagsüber wie abends viel los. Taschendiebe machen hier nicht halt, immer ein wachsames Auge auf seine Tasche haben.
Wie viele Tage sollte man für Rom einplanen?
Ich hatte vier Tage und konnte damit die wichtigsten Highlights wie Kolosseum, Forum Romanum, Vittoriano, Petersdom, Spanische Treppe und Piazza del Popolo entspannt unterbringen, ohne von einem Ort zum nächsten hetzen zu müssen.
3 – 4 Tage würde ich auf jeden Fall einplanen. Wenn du noch weitere Ausflüge machen möchtest, plane ein paar Tage mehr mit ein.
Lohnt sich ein Hostel für eine Solo-Reise?
Für mich auf jeden Fall. Im Hostel ergeben sich viel leichter spontane Bekanntschaften als in einem klassischen Hotelzimmer, sei es beim Frühstück oder abends beim gemeinsamen Essen. Genau das hat meinen Trip nochmal bereichert.
Muss ich Tickets für Kolosseum, Vittoriano oder Petersdom vorher online buchen?
Empfehlenswert ist es in der Hauptsaison auf jedem Fall, gerade für das Kolosseum und den Vatikan, da sich hier schnell lange Schlangen bilden. Mit einem Skip-the-Line-Ticket sparst du dir wertvolle Zeit, die du lieber in der Stadt verbringen kannst. Hier kannst du dir einen Überblick verschaffen.
Was mache ich, wenn unterwegs der Handyakku leer geht?
Am besten immer eine vollgeladene Powerbank* dabeihaben und dir wichtige Orte vorher grob einprägen oder auf Papier notieren. Natürlich kannst du auch Passanten nach dem Weg fragen. Mir ist genau das in Rom passiert, und auch ganz ohne Navigation findet man erstaunlich gut zurück.